Warum ich St. Veit a.d. Gölsen mag

Erstens einmal ist St. Veit a.d. Gölsen nicht einmal eine Autostunde von mir entfernt, also einfach hin – anmelden, fahren, heim. Zweitens ist es in den Voralpen, das heißt, es gibt weder kilometerlange Anstiege noch steile Rampen. Und drittens: 2 Runden auf der gleichen Stecke, also ideal, um unter kontrollierten Bedingungen die Kondition zu testen.

In St.Veit starten ein paar hundert begeisterte Mountainbiker, die meisten für eine Runde auf der Small-Stecke (32km, 1000HM). Bei Temperaturen knapp über 10° und der Möglichkeit kurzer Regenschauer noch ein paar weniger als sonst. Auf der  Classic – Distanz sind da nur mehr die ganz ambitionierten der Hobbetten unterwegs – und ich.

Praktisch heißt das, dass ich nach Start/Ziel der ersten Runde und nachdem ich bei der Laabe mein Flascherl aufgefüllt habe erst einmal alleine unterwegs bin. Motivierend ist das nicht, das Race-Feeling ist schlagartig vorbei: Standen hier in Durchgang 1 noch alle paar hundert Meter Fan-Gruppen mit Tröten und Osterratschen, so ist es nun still und einsame. Tour statt Rennen, auf den ersten Kilometern der zweiten Runde verliere ich die meiste Zeit im Vergleich zur ersten Runde.

Trotz stärkerem Gegenwind und in Ermangelung von Windschatten spendenden Mitstreitern als nunmehr Solo-Fahrer wird der Rückstand auf Asphalt zwischen KM 10 und 13 der zweiten Runde nicht wesentlich größer. Wahrscheinlich haben mich die „Hopp, Hopp“ Rufe der zwei Buben, die auch zweienhalb Stunden noch ausharrten, angespornt.St. Veit 2016

Gott sei dank taucht kurz vor der Laabe bei Runden-KM 15 endlich ein anderer Classic-Fahrer vor mir auf, ich finde wieder in den „Rennmodus“ und kann motivierter in die Pedale treten. Was ich in Runde 1 wegen einem ausgestreutem und einzusammelnden Gel verliere, hol ich wieder auf.

Trotz aller Bemühungen bin ich auf den nächsten eher schnellen, kupierten Kilometern langsamer als im ersten Turn. Erst die Pinkelpause, die ich in Runde 1 einlegen musste, verringert den Rückstand wieder.

Ich bin ein Verfolger

Am vorletzten Anstieg bei Runden-Kilometer 27 erspähe ich wieder einmal einen weiteren tapferen Langdistanzfahrer. „Kann ich ihn noch einholen?“ frage ich mich. Und ja, ich kann zu Ende des Anstiegs in Angesichts des Gejagten noch ein wenig raus holen. Natürlich ist nun das Ziel auch schon nahe und der Kollege nagt am Hungerast, aber ab jetzt wird alles gegeben.

Knapp unter 3:45 erreiche ich in windschlüpfriger Position die Ziellinie. Ich rolle zur Radwäsche aus, brause die Rennmaschine ab und eine gute Stunde später heize ich den Griller an und zwitschere das eine oder andere Bier.

Im Detail

und harten Fakten aufgearbeitet schaut all das dann so aus:stveit2016